Hintergrundmusik im Unternehmen wirkt auf Atmosphäre, Markenwahrnehmung, Verweildauer und das Erleben von Kunden und Mitarbeitenden. In einem Filialnetz wird daraus jedoch schnell ein komplexes Beschaffungsprojekt: Marketing möchte einen konsistenten Markensound, der Einkauf verlangt transparente Kosten, die IT benötigt eine sichere und wartbare Architektur, und Recht oder Compliance wollen nachvollziehbare Nutzungsrechte.
Eine gute Ausschreibung übersetzt diese Perspektiven in prüfbare Anforderungen. Statt allgemeiner Formulierungen wie „moderne Musiklösung für alle Standorte“ braucht es konkrete Angaben zu Nutzungsorten, Musikzonen, Repertoire, Dayparting, Werbejingles, Offline-Betrieb, Rollenrechten, Support, Schnittstellen, Vertragslaufzeit und Exit. Nur dann lassen sich Angebote sachgerecht bewerten.
| Die wichtigste Regel Nicht zuerst ein Produkt ausschreiben, sondern den gewünschten Betrieb. Definieren Sie, was in welcher Filiale, zu welcher Tageszeit, bei welcher Netzqualität und mit welchen Rechten funktionieren muss. Erst danach entscheiden Sie, ob eine reine Cloud-Lösung, eine SoftwareBridge mit lokalem Datenträger, ein Hardware-Player oder ein hybrides Modell am besten passt. |
Inhaltsverzeichnis
- Warum Instore-Radio mehr als eine Playlist ist
- Projektumfang und Ausgangslage erfassen
- Rollen von Einkauf, Marketing, IT und Betrieb
- Muss-Kriterien für Rechte und Lizenzierung
- Musikalische und redaktionelle Anforderungen
- Jingles, Werbespots und lokale Informationen
- Dayparting, Zonen und zentrale Steuerung
- Technische Architektur und Endgeräte
- Offline-Fähigkeit und Business Continuity
- Informationssicherheit und Datenschutz
- Service Level, Support und Betrieb
- Kostenmodell und Total Cost of Ownership
- Pilot, Testfälle und Abnahme
- Bewertungsmatrix für die Vergabe
- Muster-Muss-Kriterien für die Ausschreibung
- Typische Warnsignale in Angeboten
- Einführung in mehreren Filialen
- PureLicence und PureStation als integriertes Modell
- Kompakte Gesamtcheckliste
- FAQ
- Fazit
- Quellen und rechtlicher Hinweis
1. Warum Instore-Radio mehr als eine Playlist ist
Ein Instore-Radio verbindet vier Leistungsbereiche: Musik und Redaktion, Rechte und Lizenzierung, technische Verteilung sowie laufenden Betrieb. Die beste Playlist ist wertlos, wenn sie im falschen Tagesabschnitt läuft, bei Internetausfall verstummt oder der Vertrag die öffentliche gewerbliche Wiedergabe nicht abdeckt. Umgekehrt hilft eine technisch perfekte Plattform wenig, wenn das Repertoire nicht zur Marke passt oder lokale Teams die Lautstärke und Senderauswahl beliebig verändern.
| Leistungsbereich | Zentrale Frage | Typisches Risiko |
| Rechte | Darf das Repertoire an allen vorgesehenen Standorten öffentlich und gewerblich genutzt werden? | Unklare GEMA-/GVL-Situation, fehlende Standortabdeckung oder nur private Nutzungsrechte |
| Musik & Marke | Passt die Musik zu Zielgruppe, Tageszeit, Raum und Markenidentität? | Beliebige Playlists, Wiederholungen, unpassende Texte oder fehlende redaktionelle Betreuung |
| Technik | Wie gelangt das Signal stabil, sicher und administrierbar in jede Zone? | Netzabhängigkeit, proprietäre Hardware, hoher Rollout- und Austauschaufwand |
| Betrieb | Wer reagiert bei Störungen, Inhaltswünschen, Filialänderungen und Sicherheitsupdates? | Unklare Zuständigkeiten, lange Ausfälle, versteckte Servicekosten |
2. Projektumfang und Ausgangslage erfassen
Vor Veröffentlichung der Ausschreibung sollte das Unternehmen eine belastbare Standort- und Nutzungsinventur erstellen. Diese Daten bestimmen Architektur, Lizenzumfang und Preis. Unklare Mengengerüste führen fast zwangsläufig zu Nachträgen oder nicht vergleichbaren Angeboten.
- ☐ Anzahl der bestehenden Standorte und geplante Neueröffnungen während der Vertragslaufzeit
- ☐ Adresse, Land, Zeitzone und Öffnungszeiten jedes Standortes
- ☐ Anzahl der getrennten Musikzonen pro Standort
- ☐ Verkaufs-, Gäste-, Trainings- oder Warteflächen und besondere Nutzungsarten
- ☐ Vorhandene Verstärker, Lautsprecher, Windows-PCs, Netzwerke und lokale Speichermedien
- ☐ Verfügbare Internetanbindung, typische Bandbreite, Proxy, Firewall und Gastnetz-Trennung
- ☐ Gewünschte Musikstile, Markenausschlüsse, Zielgruppen und Tageszeitlogik
- ☐ Bedarf an zentralen und lokalen Werbejingles, Pflichtinformationen und Live-Durchsagen
- ☐ Aktuelle GEMA-, GVL- oder Anbieter-Verträge sowie Kündigungsfristen
- ☐ Verantwortliche Ansprechpartner in Zentrale, IT, Marketing und Filialbetrieb
| Mengengerüst mit Optionen Nennen Sie nicht nur die heutige Filialzahl. Fordern Sie Staffelpreise und verbindliche Konditionen beispielsweise für 1 bis 10, 11 bis 50, 51 bis 100 und mehr als 100 Standorte. So bleibt das Modell bei Wachstum oder Konsolidierung kalkulierbar. |
3. Rollen von Einkauf, Marketing, IT und Betrieb
| Bereich | Verantwortung in der Ausschreibung | Abnahmefragen |
| Einkauf | Preisstruktur, Vertragslaufzeit, Preisgleitklauseln, Haftung, Exit, Vergleichbarkeit | Sind alle Kosten über die Laufzeit enthalten? Welche Leistungen sind optional? |
| Marketing | Markensound, Zielgruppen, Genres, Dayparting, Jingles, Kampagnen, Sperrlisten | Erzeugt das Programm die gewünschte Atmosphäre und bleibt die Marke konsistent? |
| IT | Architektur, Netzwerk, Endgeräte, Rollen, Updates, Monitoring, Offline-Betrieb, Security | Lässt sich das System sicher und mit vertretbarem Aufwand betreiben? |
| Recht/Compliance | Rechtekette, GEMA/GVL, Standortumfang, Datenschutz, Nachweise, Freistellung | Kann der Anbieter alle Nutzungsrechte und Datenflüsse dokumentieren? |
| Operations/Filialen | Bedienbarkeit, Lautstärke, lokale Ausnahmen, Störungsprozess, Schulung | Funktioniert die Lösung im Tagesgeschäft ohne Spezialwissen? |
Ein häufiger Fehler ist, dass nur der Einkauf und ein technischer Ansprechpartner beteiligt sind. Instore-Radio ist jedoch ein dauerhaft hörbarer Markenkanal. Marketing und Filialbetrieb sollten deshalb nicht erst beim Pilot, sondern bereits bei den Anforderungen mitentscheiden.
4. Muss-Kriterien für Rechte und Lizenzierung
Die öffentliche Wiedergabe von Musik im Geschäft ist eine rechtlich relevante Nutzung. Bei GEMA-Repertoire ist grundsätzlich die passende GEMA-Lizenz zu berücksichtigen; bei Aufnahmen können zusätzlich Leistungsschutzrechte der GVL betroffen sein. Alternativ kann ein Anbieter ein vollständig außerhalb von GEMA und GVL lizenziertes Repertoire bereitstellen. In beiden Modellen muss der Anbieter transparent erklären, welche Rechte er selbst liefert und welche Pflichten beim Auftraggeber verbleiben.
| Muss-Anforderung | Erwarteter Nachweis |
| Öffentliche gewerbliche Wiedergabe ist ausdrücklich erlaubt | Vertragsklausel mit Nutzungsart, Laufzeit, Gebiet, Standorten und Zonen |
| GEMA-/GVL-Status des Repertoires ist eindeutig | Bei GEMA-Repertoire: Abgrenzung zur GEMA-/GVL-Lizenz; bei GEMA-frei: titelbezogene Rechte- und Repertoiredokumentation |
| Rechte an den Tonaufnahmen sind geklärt | Nachweis zu Künstlern, Produzenten, Labels oder Masterrechteinhabern |
| Alle Standorte sind erfasst | Standortanlage, Lizenzzählung und Prozess für Eröffnung, Schließung und Umzug |
| Jingles und Spots dürfen eingebunden werden | Regelung zu Produktions-, Sprecher-, Musik-, Master- und Nutzungsrechten |
| Nachweise bleiben nach Vertragsende verfügbar | Export- und Aufbewahrungsregelung für Verträge, Titel- und Abspielhistorien |
| Haftung und Freistellung sind nachvollziehbar | Haftungsumfang, Mitwirkungspflichten und Verfahren bei Rechteansprüchen |
| Keine pauschale „Rechtssicherheit“ akzeptieren Fordern Sie konkrete Dokumente statt Werbeformulierungen. Ein allgemeines Zertifikat ohne Repertoirebezug, Rechteinhaber, Nutzungsumfang und Laufzeit ist als alleiniger Nachweis zu schwach. |
5. Musikalische und redaktionelle Anforderungen
Marketing sollte die gewünschte Wirkung beschreiben, nicht nur Genres aufzählen. „Pop, Lounge und Charts“ ist zu unpräzise. Besser sind Zielbilder: morgens freundlich und unaufdringlich, mittags etwas dynamischer, am späten Nachmittag aktivierend, abends wärmer und entspannter. Der Anbieter muss daraus ein redaktionelles Konzept mit klaren Ausschlüssen entwickeln.
- ☐ Mindestens drei kuratierte Musterprogramme für relevante Tagesabschnitte
- ☐ Angabe von Genre, Energie, Tempo, Vokalanteil, Bekanntheitsgrad und Aktualisierungsrhythmus
- ☐ Ausschluss expliziter Inhalte, politischer Botschaften oder nicht markenkonformer Themen
- ☐ Sperrlisten für einzelne Titel, Interpreten, Genres, Sprachen oder Epochen
- ☐ Regeln gegen zu häufige Wiederholung und nachvollziehbare Rotationslogik
- ☐ Option für saisonale Programme wie Weihnachten, Sommer, Kampagnen und Events
- ☐ Konzept für unterschiedliche Zielgruppen und regionale Abweichungen
- ☐ Verfahren für Feedback, Musikwünsche und redaktionelle Korrekturen
- ☐ Regelmäßige Qualitätsreviews mit Marketing und Betriebsverantwortlichen
| Test mit realen Öffnungszeiten Beurteilen Sie das Programm nicht nur in einer 20-minütigen Demo. Lassen Sie im Pilot vollständige Tagesverläufe und mehrere Wochentage laufen. Erst dann werden Wiederholungen, Stimmungsbrüche und problematische Titel sichtbar. |
6. Jingles, Werbespots und lokale Informationen
Ein Instore-Radio kann weit mehr als Musik verteilen. Es kann Aktionen, Serviceinformationen, Öffnungszeiten, Arbeitgeberbotschaften und lokale Hinweise transportieren. Damit daraus kein störender Werbekanal wird, braucht die Ausschreibung klare Regeln für Produktion, Freigabe, Häufigkeit und Priorität.
| Anforderung | Zu definieren |
| Zentrale Kampagnen | Start, Ende, Filialgruppen, Tageszeiten, maximale Wiederholungen und Freigabeprozess |
| Lokale Jingles | Wer darf Inhalte einstellen? Welche Vorlagen und Freigaben gelten? |
| Pflicht- und Sicherheitsansagen | Priorität, sofortige Ausspielung, Protokollierung und mögliche Live-Durchsage |
| Produktion | Sprecher, Musikbett, Korrekturschleifen, Formate, Lautheitsanpassung und Nutzungsrechte |
| Werbeplan | Minuten- oder Titelabstände, Werbeblöcke, Ausschluss direkt hintereinander |
| Reporting | Wann und an welchen Standorten wurde ein Jingle tatsächlich ausgespielt? |
Fordern Sie eine getrennte Rollenlogik: Die Zentrale darf beispielsweise bundesweite Kampagnen steuern, regionale Verantwortliche nur ihre Filialgruppe und lokale Mitarbeitende höchstens vorab freigegebene Inhalte aktivieren. So bleibt die Markenführung kontrolliert.
7. Dayparting, Zonen und zentrale Steuerung
Dayparting bezeichnet die planmäßige Anpassung von Musik, Lautstärke und Werbeinhalten nach Tageszeit. In einem professionellen System sollte der Plan zentral erstellt, für Standortgruppen kopiert und bei Bedarf lokal mit begrenzten Rechten angepasst werden können.
| Funktion | Mindestanforderung |
| Zeitplanung | Pläne nach Wochentag, Uhrzeit, Feiertag, Saison und Kampagne |
| Standortgruppen | Zuweisung nach Region, Format, Zielgruppe, Fläche oder Marke |
| Musikzonen | Unabhängige Programme für Verkaufsraum, Lounge, Gastronomie, Umkleide oder Trainingsfläche |
| Lautstärke | Definierte Grundpegel, lokale Obergrenzen und dokumentierte Verantwortlichkeit |
| Ausnahmen | Zeitlich befristete Sonderpläne mit automatischer Rückkehr zum Standard |
| Vorschau und Freigabe | Planvorschau, Vier-Augen-Freigabe und Versionierung |
| Protokollierung | Nachvollziehbar, wer wann welchen Plan geändert hat |
8. Technische Architektur und Endgeräte
Die Ausschreibung sollte technische Ziele formulieren, ohne unnötig ein bestimmtes Gerätekonzept vorzuschreiben. Eine proprietäre Hardwarebox kann sinnvoll sein, verursacht aber Beschaffung, Versand, Lagerhaltung, Austauschlogistik und Elektroschrott. Eine Windows-basierte SoftwareBridge kann vorhandene Systeme nutzen, zentral aktualisiert werden und lokale Datenträger als Offline-Speicher einbinden. Anbieter sollten beide Ansätze anhand von TCO, Wartbarkeit und Ausfallsicherheit erklären.
| Prüfpunkt | Fragen an den Anbieter |
| Client/Player | Browser, Windows-Software, App oder proprietäre Box? Welche Systemvoraussetzungen gelten? |
| Audioausgabe | Welche Schnittstellen, Soundkarten, Verstärker und Zonen werden unterstützt? |
| Netzwerk | Benötigte Ports, Protokolle, Domains, Bandbreite, Proxy- und Firewall-Unterstützung |
| Installation | Sind lokale Administratorrechte nötig? Gibt es Silent Installation und zentrale Verteilung? |
| Updates | Wie werden Sicherheits- und Funktionsupdates verteilt, getestet und zurückgerollt? |
| Monitoring | Sind Online-Status, letzter Kontakt, Player-Version, Audiozustand und Speicherstatus sichtbar? |
| Fernwartung | Welche Zugriffswege bestehen und wie werden sie protokolliert? |
| Skalierung | Wie werden 10, 100 oder 1.000 Standorte angelegt, gruppiert und migriert? |
| Hardwareneutral ausschreiben Formulieren Sie beispielsweise: „Die Lösung muss einen stabilen Betrieb mit vorhandener Standardhardware oder einem nachvollziehbar begründeten Player ermöglichen.“ So können Softwarelösungen und Hardwareboxen fair nach Gesamtkosten und Betrieb bewertet werden. |
9. Offline-Fähigkeit und Business Continuity
Ein Instore-Radio darf bei einer kurzen Netzstörung nicht sofort verstummen. Fordern Sie einen automatischen, getesteten Offline-Betrieb. Ein lokaler Datenträger in Verbindung mit einer SoftwareBridge kann hierfür besonders flexibel sein: Die Musikreserve liegt im Unternehmen, der Speicher kann bedarfsgerecht dimensioniert und bei Defekt mit Standardkomponenten ersetzt werden. Das vermeidet die Abhängigkeit von einer proprietären Hardwarebox.
| Testfall | Erwartetes Verhalten |
| Internet wird während der Wiedergabe getrennt | Nahtloser oder kurzer definierter Übergang auf lokalen Bestand ohne manuelles Eingreifen |
| Ausfall dauert mehrere Stunden oder Tage | Ausreichende lokale Rotation ohne auffällige Wiederholungen |
| PC oder Player startet ohne Internet neu | Offline-Programm startet automatisch und ohne Benutzeranmeldung |
| Verbindung kehrt zurück | Automatische Rückkehr zum Live- oder Zentralprogramm nach definierter Regel |
| Lokaler Datenträger fehlt oder ist beschädigt | Klare Fehlermeldung, Monitoring-Alarm und definierter Ersatzprozess |
| Playlist oder Lizenz ändert sich | Kontrollierte Aktualisierung des lokalen Bestands und Entfernung nicht mehr freigegebener Titel |
| Jingles im Offline-Betrieb | Definierte Kampagnen und Pflichtansagen laufen nach lokal verfügbarem Plan weiter |
| Ausschreibungstipp Fordern Sie keine abstrakte Aussage wie „Offline möglich“. Verlangen Sie die garantierte Offline-Dauer, den Speicherbedarf, die Aktualisierungslogik, das Verhalten bei Neustart und einen praktischen Abnahmetest durch physisches Trennen der Internetverbindung. |
10. Informationssicherheit und Datenschutz
Auch ein Musiksystem ist ein externer IT-Dienst. Das BSI empfiehlt bei Cloud-Diensten unter anderem klare Leistungsbeschreibungen, Service Level, Sicherheitsanforderungen und eine Exit-Strategie. Für Instore-Radio sind besonders Rollen, Zugangsschutz, Updateprozesse, Protokollierung und die Trennung vom produktiven Unternehmensnetz relevant.
- ☐ Mandantenfähige Rollen- und Rechteverwaltung nach dem Minimalprinzip
- ☐ Mehrfaktor-Authentifizierung für zentrale Administratoren, sofern angeboten
- ☐ Verschlüsselte Übertragung und angemessener Schutz lokal gespeicherter Daten
- ☐ Dokumentierte Rechenzentrums-, Hosting- und Unterauftragnehmerstruktur
- ☐ Vertrag zur Auftragsverarbeitung, falls personenbezogene Daten verarbeitet werden
- ☐ Lösch- und Aufbewahrungsfristen für Benutzer, Protokolle und Supportdaten
- ☐ Sicherheitsupdates, Schwachstellenprozess und Meldeweg bei Vorfällen
- ☐ Exportierbare Audit-Logs für administrative Änderungen
- ☐ Netzwerksegmentierung und keine unnötigen eingehenden Verbindungen
- ☐ Exit-Konzept: Datenexport, Kontolöschung und Deinstallation nach Vertragsende
Datenschutz ist nicht automatisch ein Großprojekt: Werden nur technische Standortkennungen und keine personenbezogenen Daten verarbeitet, ist der Umfang begrenzt. Sobald jedoch Benutzerkonten, Namen, E-Mail-Adressen, Supportaufzeichnungen oder personenbezogene Nutzungsprotokolle gespeichert werden, müssen Rollen und Verträge sauber geregelt sein.
11. Service Level, Support und Betrieb
| SLA-Baustein | Beispiel für eine prüfbare Anforderung |
| Verfügbarkeit | Monatliche Plattformverfügbarkeit mit klaren Ausnahmen und Messmethode |
| Prioritäten | P1: flächiger Ausfall; P2: einzelne Filiale; P3: Funktions- oder Inhaltsfrage |
| Reaktionszeit | Zeit bis zur qualifizierten Rückmeldung je Prioritätsklasse |
| Wiederherstellung | Zielzeit oder Workaround für kritische Störungen |
| Supportzeiten | Werktags, erweitert oder 24/7; Zeitzone und Sprachen |
| Monitoring | Proaktive Erkennung von Offline-Playern und fehlgeschlagenen Updates |
| Wartung | Ankündigungsfrist, Wartungsfenster und Notfallwartung |
| Reporting | Monatlicher Bericht zu Verfügbarkeit, Vorfällen, Standorten und Inhaltsausspielung |
| Eskalation | Benannte Ansprechpartner und Management-Eskalationsweg |
| Offline ist kein Ersatz für Support Ein lokaler Notfallbestand verhindert Stille, löst aber die Ursache nicht. SLA und Monitoring müssen sicherstellen, dass ein Standort nicht wochenlang unbemerkt im Offline-Modus läuft. |
12. Kostenmodell und Total Cost of Ownership
Vergleichen Sie nicht nur den monatlichen Lizenzpreis. Relevant sind alle Kosten über die geplante Laufzeit. Ein scheinbar günstiger Hardware-Player kann durch Rollout, Ersatzgeräte, Versand und lokale Techniker teurer werden als eine Softwarelösung. Umgekehrt kann eine reine Cloud-Lösung zusätzliche Investitionen in Netzqualität oder lokale Fallback-Technik erfordern.
| Kostenblock | In der Ausschreibung abfragen |
| Einmalig | Setup, Projektleitung, Schnittstellen, Player, Installation, Schulung, Migration |
| Laufend | Lizenz pro Standort/Zonen, Support, Monitoring, Hosting, redaktionelle Betreuung |
| Inhalte | Jingle-Produktion, Sprecher, Korrekturen, Sonderprogramme, individuelle Sender |
| Technik | Hardwaremiete oder -kauf, Ersatz, Versand, Datenträger, Fernwartung |
| Rechte | Welche GEMA-/GVL- oder weiteren Lizenzkosten sind enthalten beziehungsweise nicht enthalten? |
| Wachstum | Staffelpreise, neue Standorte, temporäre Standorte und Testfilialen |
| Vertragsende | Datenexport, Deinstallation, Rücksendung, Restwert, Löschung und Exit-Unterstützung |
| Preisänderung | Indexierung, Ankündigungsfrist, Sonderkündigungsrecht und Obergrenze |
| Vergleichsgröße Lassen Sie alle Anbieter einen Gesamtpreis für dasselbe Referenzszenario ausweisen, zum Beispiel 100 Standorte, je eine Zone, 36 Monate, zwei zentrale Jingles pro Monat, Offline-Fallback und Standard-Support. Nur so werden Angebote vergleichbar. |
13. Pilot, Testfälle und Abnahme
Ein Pilot sollte nicht nur ein kostenloser Demo-Zugang sein. Er muss die wichtigsten technischen und redaktionellen Risiken abbilden. Empfehlenswert sind drei bis fünf unterschiedlich ausgestattete Standorte, darunter mindestens ein Standort mit schwacher Internetanbindung und einer mit mehreren Musikzonen.
- Pilotziele, Verantwortliche, Laufzeit und Erfolgskriterien schriftlich festlegen.
- Technische Installation mit Standard- und Problemstandort durchführen.
- Mehrere vollständige Tagesprogramme und ein Wochenende testen.
- Internet physisch trennen und Offline-Verhalten einschließlich Neustart prüfen.
- Zentrale und lokale Jingles planen, freigeben, ausspielen und protokollieren.
- Rollen, Standortgruppen, Sperrlisten und zeitlich begrenzte Sonderpläne testen.
- Supportfall eröffnen und Reaktionszeit sowie Qualität bewerten.
- Filialfeedback strukturiert erfassen; nicht nur subjektive Einzelmeinungen sammeln.
- Abweichungen in einer Mängelliste dokumentieren und vor Vergabe klären.
- Produktivabnahme mit klaren Muss-Kriterien und Übergabeunterlagen durchführen.
| Abnahmekriterium | Bestanden, wenn … |
| Rechte | Verträge und Nachweise für das angebotene Repertoire vollständig vorliegen |
| Musikqualität | Marketing die Programme freigibt und keine kritischen Wiederholungen oder Inhalte feststellt |
| Offline | Der definierte Fallback in allen Testfällen automatisch funktioniert |
| Administration | Standorte, Gruppen, Rollen und Pläne ohne Anbieterhilfe verwaltet werden können |
| Jingles | Zentrale und lokale Inhalte korrekt terminiert und nachgewiesen werden |
| Support | Teststörung innerhalb der vereinbarten Zeit qualifiziert bearbeitet wird |
| Dokumentation | Betriebs-, Installations-, Rechte- und Notfallunterlagen vollständig sind |
14. Bewertungsmatrix für die Vergabe
Die Gewichtung muss zur Unternehmensstrategie passen. Für ein großes Filialnetz sollte der Preis nicht allein dominieren. Rechte, Betriebssicherheit und Markenpassung sind Ausschluss- oder Qualitätskriterien, deren Fehler wesentlich teurer werden können als eine moderate Preisdifferenz.
| Bewertungsbereich | Beispielgewicht | Bewertungsinhalt |
| Rechte & Compliance | 25 % | Rechtekette, GEMA/GVL-Modell, Standortumfang, Nachweise, Haftung |
| Musik & Marketing | 20 % | Markenpassung, Redaktion, Dayparting, Sperrlisten, Jingles |
| Technik & Offline | 20 % | Architektur, Installation, Monitoring, Fallback, Skalierung |
| Betrieb & SLA | 15 % | Support, Reaktionszeiten, Updates, Reporting, Eskalation |
| Gesamtkosten | 15 % | TCO über Referenzlaufzeit einschließlich Rollout und Exit |
| Migration & Zukunft | 5 % | Pilot, Rollout, Schnittstellen, Exit und Weiterentwicklung |
Bewerten Sie Qualitätskriterien auf einer einheitlichen Skala, etwa von null bis fünf Punkten. Definieren Sie vor Angebotsöffnung, was null, drei und fünf Punkte bedeuten. Muss-Kriterien werden nicht mit schlechten Punkten kompensiert, sondern führen bei Nichterfüllung zum Ausschluss.
15. Muster-Muss-Kriterien für die Ausschreibung
Die folgenden Formulierungen können als Ausgangspunkt verwendet und an das Unternehmen angepasst werden:
- ☐ Der Anbieter räumt für sämtliche bereitgestellten Titel die öffentliche gewerbliche Wiedergabe an allen beauftragten Standorten ein.
- ☐ Der Anbieter legt transparent dar, welche GEMA-, GVL- oder sonstigen Vergütungen enthalten sind und welche vom Auftraggeber separat zu tragen sind.
- ☐ Bei als GEMA- und GVL-frei angebotenem Repertoire stellt der Anbieter prüffähige titelbezogene Rechte- und Repertoireangaben bereit.
- ☐ Die Lösung unterstützt zentrale Zeitpläne, Standortgruppen, Musikzonen und zeitlich befristete Sonderprogramme.
- ☐ Die Lösung ermöglicht zentrale und lokale Jingles mit Rollen-, Freigabe- und Protokollierungsfunktion.
- ☐ Bei Ausfall der Internetverbindung erfolgt ein automatischer Offline-Betrieb mit lokalem Musikbestand ohne manuelles Eingreifen.
- ☐ Der Player startet nach Strom- oder Systemausfall automatisch und setzt die Wiedergabe gemäß gültigem Plan fort.
- ☐ Der Anbieter stellt Systemvoraussetzungen, Netzwerkziele, Ports, Bandbreite und Updateverfahren vollständig dar.
- ☐ Administratoren können Standorte, Rollen, Pläne und Status zentral verwalten und exportieren.
- ☐ Der Anbieter benennt SLA, Supportzeiten, Reaktionszeiten, Eskalationswege und geplante Wartungsfenster.
- ☐ Alle Preise werden für das vorgegebene Referenzszenario über die gesamte Vertragslaufzeit ausgewiesen.
- ☐ Nach Vertragsende werden Daten exportiert, Konten gelöscht und Clients beziehungsweise Player geordnet außer Betrieb genommen.
| Wichtig für die Vergleichbarkeit Fordern Sie zu jedem Muss-Kriterium eine eindeutige Antwort: erfüllt, teilweise erfüllt oder nicht erfüllt. Bei „teilweise“ muss der Anbieter Abweichung, Zusatzkosten und geplanten Liefertermin nennen. |
16. Typische Warnsignale in Angeboten
| Warnsignal | Warum kritisch |
| „Alle Rechte inklusive“ ohne Anlage | Es bleibt unklar, welches Repertoire, welche Standorte und welche Nutzungsarten gemeint sind. |
| Nur private Streamingkonten oder frei verfügbare Plattformen | Nutzungsbedingungen können die gewerbliche öffentliche Wiedergabe ausschließen. |
| Offline bedeutet nur kurzer Cache | Ein Puffer von wenigen Minuten ist kein ausfallsicherer Notbetrieb. |
| Proprietäre Box ohne TCO und Exit | Austausch, Versand, Rückgabe und Anbieterwechsel können teuer und langsam werden. |
| Keine Testmöglichkeit bei Netztrennung | Die zentrale Ausfallsicherheitsbehauptung bleibt ungeprüft. |
| Unbegrenzte lokale Administrationsrechte | Markensteuerung und Sicherheit werden durch unkontrollierte Änderungen gefährdet. |
| Preis nur „ab“ oder ohne Referenzszenario | Angebote sind nicht vergleichbar und Nachträge wahrscheinlich. |
| Keine Abspiel- oder Änderungsprotokolle | Kampagnen, Rechteprüfung und Störungsanalyse sind kaum nachvollziehbar. |
| Kein dokumentierter Exit | Daten, Hardware oder lokale Installationen bleiben nach Vertragsende ungeklärt. |
17. Einführung in mehreren Filialen
Nach erfolgreichem Pilot sollte der Rollout in Wellen erfolgen. Beginnen Sie mit einer repräsentativen Gruppe, stabilisieren Sie Installation und Support und skalieren Sie anschließend. Jede Welle benötigt eine aktuelle Standortliste, einen technischen Ansprechpartner und eine definierte Abnahme.
| Phase | Ergebnis |
| 1. Vorbereitung | Verträge, Rechte, Musikprofile, Netzwerkfreigaben, Installationspaket und Schulung stehen bereit |
| 2. Pilot | Technik, Musik, Offline und Support sind anhand dokumentierter Tests freigegeben |
| 3. Rollout-Welle 1 | Begrenzte Zahl repräsentativer Standorte mit enger Begleitung |
| 4. Skalierung | Standardisierter Remote- oder Vor-Ort-Prozess für weitere Filialgruppen |
| 5. Stabilisierung | Fehlerquote, Offline-Status, Supportvolumen und Musikfeedback werden ausgewertet |
| 6. Regelbetrieb | Monatliche Reports, Quartalsreviews, Kampagnenplanung und Standortänderungen laufen im Standardprozess |
Für Filialen sollte es eine kurze Betriebsanweisung geben: Wer darf die Lautstärke verändern? Was ist bei Stille zu prüfen? Wann wird der Support kontaktiert? Darf ein privates Smartphone angeschlossen werden? Eine klare Regel verhindert, dass die zentrale Lösung durch improvisierte lokale Quellen umgangen wird.
18. PureLicence und PureStation als integriertes Modell
PureLicence verbindet klar lizenziertes, GEMA- und GVL-freies Repertoire mit PureStation-Radiostreams, Marken- und Werbejingles sowie Lösungen für mehrere Standorte. Für Ausschreibungen ist besonders die PureStation Windows SoftwareBridge interessant: Sie kann auf vorhandener Windows-Infrastruktur eingesetzt und mit einem lokalen Datenträger gekoppelt werden, der bei Internetausfall den Musikbetrieb absichert.
Gegenüber einer proprietären Hardwarebox kann dieses Modell mehrere Vorteile bieten: weniger separate Geräte, einfachere zentrale Updates, frei dimensionierbarer Standardspeicher, geringerer Austausch- und Versandaufwand sowie eine flexiblere Integration in die vorhandene IT. Entscheidend ist dennoch immer der konkrete Standort: Systemvoraussetzungen, Audioanbindung, Netzwerk und Offline-Speicher werden im Pilot geprüft.
| Ausschreibungsanforderung | PureLicence/PureStation-Ansatz |
| Rechte | Dokumentiertes GEMA- und GVL-freies Business-Repertoire mit gewerblicher Nutzung |
| Marke | Verschiedene Radiostreams, individuelle Programme, Werbejingles und Informationsansagen |
| Filialsteuerung | Zentrale Bereitstellung für Standorte und definierte Musikprofile |
| Ausfallsicherheit | Windows SoftwareBridge in Verbindung mit lokalem Datenträger als Offline-Fallback |
| Hardware | Nutzung vorhandener Standard-Windows-Systeme statt zwingender proprietärer Playerbox |
| Beratung | Abstimmung von Branche, Zielgruppe, Tageszeiten, Zonen und Kampagnen |
Weitere Informationen und eine individuelle Ausschreibungsberatung: https://purelicence.de
| Praxisvorteil der SoftwareBridge Die lokale Ausfallsicherung wird nicht in eine geschlossene Sonderbox verlagert. Sie bleibt als nachvollziehbare Software- und Speicherarchitektur in der vorhandenen Unternehmens-IT integrierbar und kann dadurch leichter skaliert, überwacht und ersetzt werden. |
19. Kompakte Gesamtcheckliste
- ☐ Standorte, Zonen, Öffnungszeiten und Internetqualität vollständig erfasst
- ☐ Einkauf, Marketing, IT, Recht und Filialbetrieb in der Projektgruppe vertreten
- ☐ Rechte- und Lizenzmodell einschließlich GEMA/GVL eindeutig beschrieben
- ☐ Titel-, Master- und Nutzungsnachweise als Vertragsbestandteil gefordert
- ☐ Musikprofile, Dayparting, Sperrlisten und Aktualisierung definiert
- ☐ Zentrale und lokale Jingles einschließlich Freigabe und Reporting spezifiziert
- ☐ Technische Architektur, Ports, Installation, Updates und Monitoring dokumentiert
- ☐ Offline-Dauer, lokaler Speicher, Neustart und Rückkehr ins Netz praktisch testbar
- ☐ Rollen, Protokolle, Datenschutz, Auftragsverarbeitung und Exit geklärt
- ☐ SLA, Support, Eskalation und Wartungsfenster vereinbart
- ☐ TCO über ein identisches Referenzszenario berechnet
- ☐ Pilot mit realen Standorten und Abnahmetests geplant
- ☐ Bewertungsmatrix und Punktedefinition vor Angebotsöffnung festgelegt
- ☐ Rollout-Wellen, Schulung und Filial-Betriebsanweisung vorbereitet
- ☐ Regelmäßige Reviews für Musik, Betrieb, Kosten und Rechte eingeplant
20. FAQ
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen einem Musikstream und einem Instore-Radio?
Ein Instore-Radio umfasst neben der Musikquelle typischerweise Rechte, zentrale Programmsteuerung, Standortverwaltung, Dayparting, Jingles, Offline-Betrieb, Monitoring und Support.
Sollte der Preis das wichtigste Vergabekriterium sein?
Nein. Rechte, Ausfallsicherheit und Markenpassung sind für ein Filialnetz oft ebenso wichtig. Sinnvoll ist eine gewichtete Qualitäts- und Kostenbewertung.
Muss ein Anbieter GEMA und GVL im Preis enthalten?
Nicht zwingend. Er muss aber eindeutig erklären, ob er GEMA-/GVL-Repertoire liefert, ob der Auftraggeber separate Verträge benötigt oder ob ein dokumentiertes GEMA- und GVL-freies Repertoire angeboten wird.
Welche Rechte-Nachweise sollte ich fordern?
Vertragsumfang, Standort- und Gebietsgeltung, Repertoire- beziehungsweise Titelangaben, Urheber, Interpreten, Masterrechte, Laufzeit und erlaubte Nutzungsarten.
Ist eine Hardwarebox immer zuverlässiger als Software?
Nein. Zuverlässigkeit hängt von Architektur, Monitoring, Offline-Speicher und Betriebsprozess ab. Eine SoftwareBridge auf Standard-Windows-Hardware kann flexibler, leichter wartbar und günstiger zu ersetzen sein.
Wie lange sollte ein Offline-System funktionieren?
Das Unternehmen sollte eine konkrete Mindestdauer anhand der eigenen Ausfallrisiken festlegen, etwa mehrere Betriebstage. Entscheidend sind Rotation, Speicher, Neustartfähigkeit und Aktualisierung.
Reicht ein Cache als Offline-Lösung?
Ein kurzer Streamingpuffer reicht nicht. Ein belastbarer Fallback benötigt einen lokalen, lizenzierten Musikbestand und einen automatischen Umschalt- und Wiederanlaufprozess.
Welche Filialen gehören in den Pilot?
Mindestens ein typischer Standort, ein technisch schwieriger Standort, ein Standort mit mehreren Zonen und ein Standort mit hoher Kundenfrequenz.
Wie prüfe ich die Musikqualität objektiver?
Mit vorher definierten Markenprofilen, Sperrkriterien, vollständigen Tagesverläufen, Wiederholungsanalyse und strukturiertem Feedback mehrerer Standorte.
Brauche ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Wenn der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet, etwa Benutzerkonten oder personenbezogene Supportdaten, ist die datenschutzrechtliche Rollenverteilung zu prüfen und gegebenenfalls ein AV-Vertrag abzuschließen.
Welche Jingle-Funktionen sind besonders wichtig?
Zeitplanung, Filialgruppen, Freigaben, maximale Wiederholungen, Lautheitsanpassung, Prioritäten und ein Ausspielnachweis.
Wie verhindere ich lokale Privat-Playlists?
Durch klare Betriebsanweisung, begrenzte Rechte, zuverlässigen Offline-Betrieb und einen schnellen Support. Mitarbeitende greifen häufig nur dann zu privaten Quellen, wenn die offizielle Lösung ausfällt oder unpassend ist.
Was gehört in die Exit-Regelung?
Export von Standort-, Plan-, Rechte- und Reportingdaten, Löschung von Konten, Deinstallation, Rückgabe von Hardware, Unterstützung beim Übergang und klare Fristen.
Kann PureStation ohne proprietäre Hardwarebox eingesetzt werden?
Das Konzept der Windows SoftwareBridge ist auf den Einsatz in vorhandener Windows-Umgebung und die Kopplung mit einem lokalen Datenträger ausgelegt. Die konkrete Eignung wird anhand der Infrastruktur im Pilot geprüft.
21. Fazit
Eine professionelle Instore-Radio-Ausschreibung verbindet Rechte, Marke, Technik und Betrieb. Sie beginnt mit einem sauberen Mengengerüst und endet nicht bei einer Monatsgebühr. Unternehmen sollten prüfbare Muss-Kriterien, ein identisches Referenzszenario, einen realistischen Pilot und eine vorab definierte Bewertungsmatrix verwenden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die vollständige Rechtekette, die öffentliche gewerbliche Nutzung, das Verhalten bei Internetausfall, Rollen und Protokolle, SLA und Exit. Bei der Technik sollte die Ausschreibung lösungsoffen bleiben. Eine Windows SoftwareBridge mit lokalem Datenträger kann gegenüber einer proprietären Hardwarebox die flexiblere und wirtschaftlichere Architektur sein, sofern Installation, Sicherheit und Abnahme sauber umgesetzt werden.
Wer diese Punkte berücksichtigt, beschafft nicht nur Musik, sondern einen stabilen, nachweisbaren und markengerechten Kommunikationskanal für alle Standorte.
22. Quellen und rechtlicher Hinweis
Die folgenden Quellen wurden am 22. Juli 2026 für die rechtliche und technische Einordnung geprüft. Maßgeblich sind stets die aktuellen Verträge, Tarifblätter und der konkrete Einsatzfall.
- GEMA – Hintergrundmusik anmelden – https://www.gema.de/de/musiknutzer/hintergrundmusik
- GEMA – Tarife 2026 und Tarifblätter – https://www.gema.de/de/musiknutzer/tarifuebersicht/tarife-2026
- GEMA – Tarif R für Hörfunksendungen und Ladenfunk – https://www.gema.de/de/musiknutzer/tarifuebersicht/tarif-r
- GVL – Tarifübersicht und Lizenzierungsbereiche – https://gvl.de/rechtenutzerinnen/rechtenutzerinnen-und-die-gvl/tarifuebersicht
- Urheberrechtsgesetz – öffentliche Wiedergabe und Leistungsschutzrechte – https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/
