Bei einer einzelnen Filiale wirken wenige Euro Unterschied pro Monat oft nebensächlich. In einem Netz aus zehn oder hundert Standorten werden daraus jedoch schnell fünfstellige Jahresbeträge. Gleichzeitig ist ein fairer Vergleich schwieriger, als es zunächst scheint: Eine GEMA-Lizenz und ein GEMA-freier Business-Musikdienst sind keine identischen Produkte.
Die GEMA lizenziert die öffentliche Wiedergabe des von ihr vertretenen Repertoires. Sie liefert jedoch nicht automatisch die Musikquelle, keine zentral gepflegten Playlists und keine gewerbliche Freigabe eines privaten Streamingabos. Eine professionelle GEMA-freie Lösung stellt dagegen ein eigenes Repertoire samt Nutzungsrechten und technischer Musikversorgung bereit. Dafür ist die Musikauswahl auf das lizensierte GEMA-freie Repertoire begrenzt.
Für den Hauptvergleich verwenden wir eine typische Einzelhandelsfiliale bis 100 Quadratmeter, in der Audiostreaming beziehungsweise Tonträger und Radio genutzt werden. Die GEMA nennt für das Paket Handel S 2026 einen Einstiegspreis von 31,08 Euro netto pro Monat. Im Jahresvertrag ergeben die zugrunde liegenden Tarifpositionen 310,79 Euro netto pro Standort und Jahr. PureLicence bietet die unbegrenzte Nutzung nach eigener Preisangabe ab 49 Euro pro Monat und Filiale an. Individuelle Mengenrabatte werden in keiner der Modellrechnungen unterstellt.
| Ergebnis in einem Satz
Bei einem kleinen Handelsstandort ist die reine GEMA-Rechtevergütung günstiger. Sobald für die Musikauswahl zusätzlich ein gewerblicher Musikdienst von mehr als 23,10 Euro je Filiale und Monat benötigt wird, kippt die Jahresrechnung zugunsten des PureLicence-Modells. In der Gastronomie kann PureLicence bereits ohne Zusatzdienst günstiger sein. |
Inhaltsverzeichnis
- Was wird in diesem Kostenvergleich gegenübergestellt?
- Rechenannahmen und wichtige Grenzen
- Die Kosten für eine Filiale
- Die Kosten für zehn Filialen
- Die Kosten für hundert Filialen
- Vergleich: GEMA-Monatsvertrag oder Jahresvertrag
- Der Break-even eines zusätzlichen Business-Musikdienstes
- Gesamtkosten bei 0, 20, 25 und 40 Euro Zusatzkosten
- Sonderrechnung für Gastronomie-Filialen
- Was die GEMA-Lizenz abdeckt – und was nicht
- Was eine GEMA-freie Unternehmenslösung leisten muss
- Verdeckte Kosten im Filialbetrieb
- Praxisbeispiele für 1, 10 und 100 Standorte
- Wann welches Modell wirtschaftlich sinnvoll ist
- Checkliste für die Entscheidung
- Fazit
- FAQ
- Quellen und rechtlicher Hinweis
1. Was wird in diesem Kostenvergleich gegenübergestellt?
1.1 Modell GEMA: Rechtevergütung für Handel S
Die offizielle GEMA-Branchenseite nennt für das Paket Handel S einen Einstiegspreis von 31,08 Euro netto monatlich. Das Paket basiert auf den Tarifpositionen M-U für Tonträger beziehungsweise Audiostreaming und R für Radio. Im Jahresvertrag betragen die entsprechenden Kosten bis 100 Quadratmeter zusammen 310,79 Euro netto je Filiale.
Diese Zahlung verschafft dem Unternehmen die erforderlichen GEMA-Rechte für die angemeldete Nutzung. Sie ist aber kein Musikabo. Das Unternehmen benötigt weiterhin eine rechtmäßig gewerblich nutzbare Musikquelle, eigene Tonträger oder einen Business-Streamingdienst.
1.2 Modell GEMA-frei: PureLicence je Standort
PureLicence veröffentlicht für das All-in-One-Modell einen Preis von 49 Euro pro Monat für einen Standort. Die Modellrechnung setzt deshalb 588 Euro pro Filiale und Jahr an. Enthalten ist ein eigenes GEMA-freies Repertoire mit definierten Business-Nutzungsrechten und einer Streaminglösung. Maßgeblich bleiben die jeweils aktuellen Lizenzbedingungen und der konkret gebuchte Leistungsumfang.
Weitere Informationen zur Musiklösung: https://purelicence.de
1.3 Warum der Vergleich nicht eins zu eins ist
Das GEMA-Modell ermöglicht die Nutzung eines sehr großen internationalen Repertoires, während PureLicence ausschließlich das vertraglich freigegebene GEMA-freie Repertoire abdeckt. Umgekehrt enthält der reine GEMA-Preis keine Musikkuration, keinen Streamingzugang und keine Freigabe eines privaten Spotify-, Apple-Music-, Amazon-Music- oder YouTube-Abos für den Geschäftsbetrieb.
2. Rechenannahmen und wichtige Grenzen
- Verglichen wird eine typische Handelsfiliale mit maximal 100 Quadratmetern beschallter Fläche.
- Im GEMA-Modell werden Tonträger beziehungsweise frei wählbares Audiostreaming und Radio gemeinsam angesetzt.
- Der GEMA-Monatsvertrag kostet 31,08 Euro netto pro Filiale und Monat.
- Der GEMA-Jahresvertrag kostet 310,79 Euro netto pro Filiale und Jahr.
- Für PureLicence werden 49 Euro pro Filiale und Monat beziehungsweise 588 Euro pro Jahr angesetzt.
- Alle Standorte sind gleich groß und nutzen dasselbe Modell.
- Es werden keine Verbandsermäßigungen, individuellen Konzernkonditionen oder Mengenrabatte berücksichtigt.
- Hardware, Internetanschluss, Lautsprecher, Installation und interne Personalkosten sind zunächst nicht eingerechnet.
- Die GEMA-Werte sind Nettobeträge; bei PureLicence wird der veröffentlichte Preis als Rechenwert verwendet. Die jeweilige Umsatzsteuer ist für die individuelle Buchhaltung gesondert zu prüfen.
- Die Berechnung ist eine Orientierung. Verbindlich sind GEMA-Preisrechner, Tarifblatt, Vertrag und die aktuellen PureLicence-Bedingungen.
| Keine automatische Mengenstaffel
Die folgenden Tabellen multiplizieren den Standortpreis linear. Bei hundert Filialen kann ein individuelles Angebot wirtschaftlich sinnvoll sein. Ein möglicher Konzern- oder Mengenrabatt darf aber nicht ohne schriftliche Zusage in die Planung aufgenommen werden. |
3. Die Kosten für eine Filiale
| Modell | Monatlicher Rechenwert | Jahreskosten | Differenz zu PureLicence |
| GEMA – monatlich kündbar, nur Rechte | 31,08 € | 372,96 € | 215,04 € günstiger |
| GEMA – Jahresvertrag, nur Rechte | 25,90 € | 310,79 € | 277,21 € günstiger |
| PureLicence – Musik, Streaming und Business-Rechte | 49,00 € | 588,00 € | Referenz |
Bei einer Filiale liegt die reine GEMA-Rechtevergütung im Jahresvertrag 277,21 Euro unter dem PureLicence-Jahrespreis. Dieser Vorteil bleibt allerdings nur bestehen, wenn keine oder nur geringe zusätzliche Kosten für eine gewerblich zulässige Musikquelle, Playlistpflege und Nachweisführung entstehen.
4. Die Kosten für zehn Filialen
| Modell | Monatlicher Gesamtwert | Jahreskosten für 10 Filialen | Differenz |
| GEMA – monatlich kündbar, nur Rechte | 310,80 € | 3.729,60 € | 2.150,40 € unter PureLicence |
| GEMA – Jahresvertrag, nur Rechte | 258,99 € | 3.107,90 € | 2.772,10 € unter PureLicence |
| PureLicence | 490,00 € | 5.880,00 € | Referenz |
Bei zehn Standorten beträgt der Unterschied zwischen dem GEMA-Jahresvertrag und PureLicence bereits 2.772,10 Euro pro Jahr. Ein separater Business-Musikdienst von nur 25 Euro pro Standort und Monat würde jedoch weitere 3.000 Euro jährlich verursachen. Damit läge das kombinierte GEMA-Modell bereits über PureLicence.
5. Die Kosten für hundert Filialen
| Modell | Monatlicher Gesamtwert | Jahreskosten für 100 Filialen | Differenz |
| GEMA – monatlich kündbar, nur Rechte | 3.108,00 € | 37.296,00 € | 21.504,00 € unter PureLicence |
| GEMA – Jahresvertrag, nur Rechte | 2.589,92 € | 31.079,00 € | 27.721,00 € unter PureLicence |
| PureLicence | 4.900,00 € | 58.800,00 € | Referenz |
Bei hundert Filialen wirken kleine Monatsbeträge massiv: Die reine GEMA-Vergütung im Jahresvertrag beträgt 31.079 Euro, PureLicence 58.800 Euro. Der Abstand von 27.721 Euro kann jedoch vollständig aufgebraucht werden, sobald ein separater Musikdienst im Durchschnitt mehr als 23,10 Euro je Standort und Monat kostet.
| Skalierungseffekt
Ein Euro Mehrkosten pro Filiale und Monat bedeutet bei 100 Filialen bereits 1.200 Euro zusätzliche Jahreskosten. Deshalb sollten Filialisten nicht nur Tarifpreise, sondern auch Administration, Technik, Support, Jingles, Playlistpflege und Nachweisführung in Euro bewerten. |
6. Vergleich: GEMA-Monatsvertrag oder Jahresvertrag
| Filialen | GEMA Monatsvertrag pro Jahr | GEMA Jahresvertrag | Ersparnis Jahresvertrag |
| 1 | 372,96 € | 310,79 € | 62,17 € |
| 10 | 3.729,60 € | 3.107,90 € | 621,70 € |
| 100 | 37.296,00 € | 31.079,00 € | 6.217,00 € |
Der Jahresvertrag spart im Modell rund 16,67 Prozent gegenüber zwölf monatlichen Vertragsperioden. Für ein stabiles Filialnetz ist das wirtschaftlich attraktiv. Bei bevorstehenden Schließungen, Flächenänderungen oder einem Systemwechsel kann die höhere Flexibilität des Monatsvertrags dennoch wertvoll sein.
7. Der Break-even eines zusätzlichen Business-Musikdienstes
Der wichtigste Wert für einen fairen Vergleich ist nicht die Differenz der Lizenzpreise, sondern der Betrag, der im GEMA-Modell noch für die eigentliche Musikversorgung zur Verfügung steht.
| GEMA-Vertragsmodell | GEMA-Durchschnitt je Monat | PureLicence je Monat | Break-even für zusätzlichen Musikdienst |
| Jahresvertrag | 25,90 € | 49,00 € | 23,10 € |
| Monatlich kündbar | 31,08 € | 49,00 € | 17,92 € |
Kostet ein separat benötigter Business-Musikdienst im GEMA-Jahresmodell mehr als 23,10 Euro pro Filiale und Monat, ist PureLicence in der reinen Standortrechnung günstiger. Beim monatlich kündbaren GEMA-Vertrag liegt der Break-even bereits bei 17,92 Euro. Interne Verwaltungs- und Supportkosten sind dabei noch nicht berücksichtigt.
8. Gesamtkosten bei 0, 20, 25 und 40 Euro Zusatzkosten
Die folgende Tabelle kombiniert den GEMA-Jahresvertrag mit beispielhaften monatlichen Kosten für eine gewerblich zulässige Musikversorgung. Die Zusatzbeträge sind keine Marktpreisangabe, sondern transparente Rechenszenarien.
| Zusatzdienst je Filiale | 1 Filiale / Jahr | 10 Filialen / Jahr | 100 Filialen / Jahr | Ergebnis |
| 0,00 € / Monat | 310,79 € | 3.107,90 € | 31.079,00 € | GEMA-Modell günstiger |
| 20,00 € / Monat | 550,79 € | 5.507,90 € | 55.079,00 € | GEMA-Modell günstiger |
| 25,00 € / Monat | 610,79 € | 6.107,90 € | 61.079,00 € | PureLicence günstiger |
| 40,00 € / Monat | 790,79 € | 7.907,90 € | 79.079,00 € | PureLicence günstiger |
| PureLicence | 588,00 € | 5.880,00 € | 58.800,00 € | Referenz |
Bei 20 Euro Zusatzkosten bleibt das GEMA-Modell im Beispiel knapp günstiger. Bei 25 Euro Zusatzkosten ist PureLicence bereits 22,79 Euro pro Filiale und Jahr günstiger – bei hundert Filialen sind das 2.279 Euro. Bei 40 Euro Zusatzkosten wächst der Vorteil auf 20.279 Euro pro Jahr für hundert Standorte.
9. Sonderrechnung für Gastronomie-Filialen
Für Gastronomiebetriebe bis 100 Quadratmeter nennt die GEMA 2026 für Tonträger beziehungsweise Audiostreaming plus Radio 69,10 Euro netto im monatlich kündbaren Modell. Im Jahresvertrag ergeben sich 705,47 Euro netto je Standort. Damit liegt bereits die reine GEMA-Vergütung über dem PureLicence-Rechenwert von 588 Euro pro Jahr.
| Filialen | GEMA Monatsmodell / Jahr | GEMA Jahresvertrag | PureLicence / Jahr | Vorteil PureLicence ggü. GEMA-Jahresvertrag |
| 1 | 829,20 € | 705,47 € | 588,00 € | 117,47 € |
| 10 | 8.292,00 € | 7.054,70 € | 5.880,00 € | 1.174,70 € |
| 100 | 82.920,00 € | 70.547,00 € | 58.800,00 € | 11.747,00 € |
Bei hundert vergleichbaren Gastronomie-Standorten beträgt der rechnerische Vorteil von PureLicence gegenüber dem GEMA-Jahresvertrag 11.747 Euro pro Jahr – noch bevor ein separater Business-Musikdienst berücksichtigt wird. Voraussetzung ist, dass ausschließlich das lizenzierte GEMA-freie Repertoire verwendet wird und keine zusätzlichen GEMA-pflichtigen Titel, Radio- oder Fernsehnutzungen hinzukommen.
10. Was die GEMA-Lizenz abdeckt – und was nicht
10.1 Abgedeckt: die angemeldeten GEMA-Rechte
Die GEMA-Lizenz erlaubt im vereinbarten Tarifrahmen die öffentliche Wiedergabe des GEMA-Repertoires. Für Filialisten ist das ein großer Vorteil: Sie können grundsätzlich auf ein sehr breites internationales Repertoire zugreifen, sofern auch die Musikquelle selbst gewerblich eingesetzt werden darf.
10.2 Nicht automatisch abgedeckt: der Streamingdienst
Eine GEMA-Zahlung erweitert nicht die Nutzungsbedingungen eines privaten Streamingabos. Ob Spotify, Apple Music, Amazon Music, YouTube oder ein anderer Dienst im Geschäft abgespielt werden darf, richtet sich zusätzlich nach dessen Vertragsbedingungen. Für einen professionellen Betrieb ist regelmäßig ein Business-Angebot oder eine andere rechtmäßig nutzbare Quelle erforderlich.
10.3 Nicht automatisch abgedeckt: Veranstaltungen und Sondernutzungen
Eröffnungsfeiern, DJs, Livebands, Tanzveranstaltungen, Außenflächen, Großbildfernsehen oder Fitnesskurse können zusätzliche Tarife auslösen. Der Filialvergleich gilt deshalb nur für die definierte dauerhafte Hintergrundmusik.
11. Was eine GEMA-freie Unternehmenslösung leisten muss
GEMA-freie Musik spart nur dann GEMA-Kosten, wenn die gesamte Rechtekette sauber ist und in den betreffenden Standorten ausschließlich das freigegebene Repertoire läuft. Ein professioneller Anbieter sollte daher mindestens folgende Punkte abdecken:
- ausdrückliche Lizenz für die öffentliche gewerbliche Wiedergabe
- eindeutige Anzahl und Zuordnung der lizenzierten Standorte
- vollständige Angaben zu Titeln, Urhebern und Aufnahmen
- Bestätigung, dass die relevanten Rechte nicht von der GEMA wahrgenommen werden
- Regelung der Leistungsschutzrechte an den konkreten Aufnahmen
- klarer Nutzungsumfang für Streaming, Offline-Betrieb, Jingles und Unternehmenskommunikation
- Repertoire- und Abspielnachweise für Rückfragen oder Kontrollen
- Ausschluss nicht freigegebener Musikquellen im betrieblichen Ablauf
- Prozess für neue Titel, Rechteänderungen und Vertragsende
| Mischbetrieb ist der häufigste Fehler
Läuft neben dem GEMA-freien Stream gelegentlich Radio, eine private Playlist oder ein GEMA-pflichtiger Song, kann erneut eine GEMA-Lizenz erforderlich sein. Filialunternehmen brauchen deshalb klare technische und organisatorische Regeln. |
12. Verdeckte Kosten im Filialbetrieb
Bei einem Standort lassen sich organisatorische Aufgaben oft nebenbei erledigen. Bei hundert Standorten werden sie zum eigenen Prozess. Folgende Kostenpositionen sollten in einer Total-Cost-of-Ownership-Rechnung bewertet werden:
| Kostenblock | GEMA plus eigener Musikdienst | Integrierte GEMA-freie Lösung |
| Musikrechte | GEMA/GVL je nach Nutzung | im Anbieterpreis für das eigene Repertoire |
| Musikquelle | separater Business-Dienst oder eigene Medien | Streamingzugang zum Anbieterrepertoire |
| Playlistpflege | intern oder beim Zusatzanbieter | je nach Paket zentral bereitgestellt |
| Werbejingles und Ansagen | separat produzieren und technisch einspielen | bei PureLicence als Unternehmensfunktion vorgesehen |
| Standortverwaltung | GEMA-Verträge plus Dienstkonten | ein System, dennoch Standortlizenzen erforderlich |
| Nachweise | GEMA-Vertrag und zulässige Musikquelle | Lizenz-, Repertoire- und Abspielnachweise |
| Repertoirefreiheit | sehr groß | auf GEMA-freies Anbieterrepertoire begrenzt |
| Kontrollrisiko | bei korrekter Anmeldung überschaubar | abhängig von lückenloser Rechte- und Abspieldokumentation |
13. Praxisbeispiele für 1, 10 und 100 Standorte
13.1 Ein inhabergeführtes Geschäft
Ein 80-Quadratmeter-Laden möchte aktuelle bekannte Musik und verfügt bereits über einen rechtmäßig gewerblich nutzbaren Musikdienst. Der GEMA-Jahresvertrag kann in diesem Fall wirtschaftlich günstiger sein, weil die zusätzliche Musikversorgung ohnehin vorhanden ist. PureLicence wird interessant, wenn der Betrieb ein integriertes System, eigene Jingles oder ein kontrolliertes GEMA-freies Repertoire bevorzugt.
13.2 Eine regionale Kette mit zehn Filialen
Die Zentrale möchte in allen Filialen dieselbe Markenstimmung und regelmäßig Aktionshinweise ausspielen. Im GEMA-Modell müssen Rechtevertrag, Business-Musikdienst, Zugänge und Jingle-Workflow zusammengeführt werden. Liegt der separate Dienst bei 25 Euro pro Filiale und Monat, ist PureLicence in der Modellrechnung bereits 227,90 Euro pro Jahr günstiger. Der organisatorische Vorteil kann höher wiegen als die reine Preisdifferenz.
13.3 Ein Filialist mit hundert Standorten
Bei hundert Standorten wird Standardisierung entscheidend. Im reinen Rechtevergleich ist der GEMA-Jahresvertrag 27.721 Euro günstiger. Kommt jedoch ein Business-Musikdienst für 25 Euro pro Standort und Monat hinzu, dreht sich das Bild: Das GEMA-Gesamtmodell kostet 61.079 Euro, PureLicence 58.800 Euro. Bei 40 Euro Zusatzkosten wächst der PureLicence-Vorteil auf 20.279 Euro jährlich. Individuelle Enterprise-Konditionen können die Rechnung zusätzlich verändern.
14. Wann welches Modell wirtschaftlich sinnvoll ist
| Ausgangslage | Tendenziell passendes Modell | Begründung |
| Kleine Handelsfiliale, Business-Musikquelle bereits vorhanden | GEMA | niedrigere reine Rechtekosten und große Repertoirefreiheit |
| Bekannte Charts und freie Musikauswahl unverzichtbar | GEMA plus Business-Musikdienst | GEMA-freies Repertoire kann den Markenwunsch nicht vollständig erfüllen |
| Einheitliches Instore-Radio mit Jingles und zentralen Playlists | PureLicence prüfen | integrierte Musik- und Kommunikationslösung kann Prozesse vereinfachen |
| Gastronomie bis 100 m² | PureLicence häufig wirtschaftlich | GEMA-Rechtevergütung liegt im Modell bereits über 49 Euro monatlich |
| Viele Filialen mit separatem Musikdienst über 23,10 € monatlich | PureLicence rechnerisch günstiger | Break-even des Handels-Jahresmodells wird überschritten |
| Mischbetrieb mit Radio und bekannten Titeln | GEMA erforderlich | GEMA-freie Lizenz deckt fremdes GEMA-Repertoire nicht ab |
| Lückenlose GEMA-freie Rechtekette nicht belegbar | nicht als GEMA-frei kalkulieren | Nachforderungs- und Rechtsrisiko |
15. Checkliste für die Entscheidung
☐ Branche, beschallte Fläche und Musikquellen je Standort erfassen
☐ GEMA-Monats-, Vierteljahres- und Jahresvertrag berechnen
☐ prüfen, ob GVL, Radio, Fernsehen, Kurse oder Events hinzukommen
☐ Kosten eines gewerblich zulässigen Musikdienstes je Filiale ermitteln
☐ private Streamingabos aus der Kalkulation ausschließen
☐ Kosten für Player, Lautsprecher, Installation und Internet erfassen
☐ Playlistpflege, Jingles, Support und interne Administration bewerten
☐ Break-even je Standort berechnen
☐ bei vielen Filialen schriftliche Enterprise- oder Mengenangebote einholen
☐ bei GEMA-freier Musik Rechtekette und Repertoirelisten prüfen
☐ technisch verhindern, dass nicht freigegebene Musik abgespielt wird
☐ Kosten für 1, 10 und 100 Standorte über mindestens drei Jahre vergleichen
☐ Entscheidung und zugrunde liegende Annahmen dokumentieren
16. Fazit
Die Frage „GEMA oder GEMA-freie Musik?“ lässt sich nicht allein mit dem niedrigsten Monatsbetrag beantworten. Für eine kleine Einzelhandelsfiliale ist der GEMA-Jahresvertrag in der reinen Rechtebetrachtung klar günstiger. Bei zehn oder hundert Standorten bleibt dieser Vorteil zunächst proportional bestehen.
Der Vergleich dreht sich jedoch, sobald das GEMA-Modell zusätzlich einen Business-Musikdienst benötigt. Im gewählten Handelsbeispiel liegt der Break-even bei 23,10 Euro pro Filiale und Monat. In der Gastronomie kann PureLicence bereits gegenüber der reinen GEMA-Vergütung günstiger sein. Hinzu kommen mögliche Vorteile durch zentrale Playlists, Werbejingles, definierte Business-Rechte und eine einheitliche technische Lösung.
Entscheidend ist daher die Gesamtrechnung aus Rechten, Musikversorgung, Technik, Betrieb und Nachweisen. Filialunternehmen sollten beide Modelle mit identischen Anforderungen ausschreiben und mindestens für ein, zehn und hundert Standorte durchrechnen.
17. FAQ – häufige Fragen zum Filialkostenvergleich
Was kostet GEMA 2026 für eine kleine Einzelhandelsfiliale?
Das Paket Handel S beginnt laut GEMA bei 31,08 Euro netto pro Monat. Für die zugrunde gelegte Kombination aus Tonträger beziehungsweise Audiostreaming und Radio ergeben sich im Jahresvertrag 310,79 Euro netto pro Standort.
Was kostet PureLicence pro Filiale?
PureLicence nennt auf der eigenen Website eine unbegrenzte Nutzung ab 49 Euro pro Monat und Filiale. Für die Modellrechnung sind das 588 Euro pro Standort und Jahr.
Was kosten zehn Filialen bei PureLicence?
Ohne Mengenrabatt ergeben sich 490 Euro monatlich beziehungsweise 5.880 Euro jährlich.
Was kosten hundert Filialen bei PureLicence?
Bei linearer Hochrechnung ohne individuelle Enterprise-Konditionen ergeben sich 4.900 Euro monatlich beziehungsweise 58.800 Euro jährlich.
Was kostet der GEMA-Jahresvertrag für hundert kleine Handelsfilialen?
Im verwendeten Modell sind es 31.079 Euro netto pro Jahr. Zusätzliche Kosten für den Musikdienst, Technik und Verwaltung sind darin nicht enthalten.
Ist GEMA damit immer günstiger?
Nein. Die reine Rechtevergütung ist im Handelsbeispiel günstiger. Benötigt das Unternehmen zusätzlich einen Business-Musikdienst von mehr als 23,10 Euro je Filiale und Monat, ist PureLicence im Jahresmodell rechnerisch günstiger.
Warum ist ein GEMA-Preis kein vollständiger Musikpreis?
Die GEMA lizenziert Rechte, liefert aber keinen Streamingdienst und ändert nicht die Nutzungsbedingungen privater Musikplattformen. Eine rechtmäßig gewerblich nutzbare Quelle muss zusätzlich vorhanden sein.
Darf ich mit einer GEMA-Lizenz Spotify im Geschäft nutzen?
Die GEMA-Lizenz allein genügt nicht. Zusätzlich müssen die Bedingungen des Streamingdienstes die öffentliche gewerbliche Wiedergabe erlauben. Private Abos sind dafür häufig nicht vorgesehen.
Kann ich bei hundert Filialen mit einem Mengenrabatt rechnen?
Möglich sind individuelle Konditionen, Gesamtverträge oder Verbandsermäßigungen. Sie dürfen aber nur berücksichtigt werden, wenn sie schriftlich angeboten oder vertraglich vereinbart wurden.
Braucht jede Filiale eine eigene Lizenz?
Die Nutzung muss standortbezogen und im vereinbarten Umfang lizenziert sein. Ein Vertrag für einen Standort darf nicht automatisch auf weitere Filialen übertragen werden.
Wann ist PureLicence in der Gastronomie günstiger?
Im Beispiel bis 100 Quadratmeter kostet das GEMA-Paket aus Tonträger beziehungsweise Streaming plus Radio im Jahresvertrag 705,47 Euro netto. PureLicence wird mit 588 Euro jährlich angesetzt und ist damit 117,47 Euro je Standort günstiger, sofern ausschließlich das GEMA-freie Repertoire genutzt wird.
Kann ich GEMA-freie Musik und Radio mischen?
Ja, technisch ist das möglich, aber Radio enthält regelmäßig GEMA-Repertoire. Dann kann wieder eine GEMA-Lizenz erforderlich sein. Der Kostenvorteil der ausschließlich GEMA-freien Nutzung entfällt möglicherweise.
Welche Nachweise brauche ich für GEMA-freie Musik?
Erforderlich sind ein belastbarer Lizenzvertrag, titel- und urheberbezogene Repertoireangaben, Rechte an den Aufnahmen, Standortzuordnung und möglichst Abspielhistorien.
Sind Jingles in der GEMA-Lizenz enthalten?
Die GEMA-Lizenz produziert keine Jingles. Rechte an Musik, Sprecherleistung und Produktion müssen separat geklärt werden. Bei PureLicence sind eigene Werbejingles und Infoansagen als Bestandteil der Unternehmenslösung vorgesehen.
Welche Kosten werden häufig vergessen?
Business-Streamingdienst, Hardware, Installation, Internet, Playlistpflege, Support, Jingles, Standortverwaltung, GVL, Fernsehen, Events, Kursmusik und interne Arbeitszeit.
Wie sollte ein Filialist entscheiden?
Er sollte die tatsächlichen Anforderungen definieren, beide Modelle mit identischem Leistungsumfang kalkulieren, die Rechte prüfen und die Gesamtkosten über mehrere Jahre vergleichen.
18. Quellen und rechtlicher Hinweis
Auswahl der am 22. Juli 2026 geprüften Quellen:
GEMA: Einzelhandel – Paket Handel S und aktuelle Branchenpreise
GEMA: Tarife 2026 und Tarifblätter
GEMA: Tarif M-U – Hintergrundmusik mit Tonträgern beziehungsweise Audiostreaming
GEMA: Tarif R – Hörfunksendungen und Ladenfunk
GEMA: Gastronomie – Branchenpreise und Pakete
GEMA: Hintergrundmusik anmelden und verwalten
GEMA: Das Wichtigste zu den GEMA-Gebühren
PureLicence: GEMA-freie Musik für Unternehmen und Preisangabe je Filiale
PureLicence: Musik für Einzelhandel, Filialisten und Franchise
Rechtlicher und tariflicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder individuelle Tarifberatung dar. Preise und Einstufungen hängen von Branche, Fläche, Musikquelle, Vertragslaufzeit, Zusatznutzungen und individuellen Vereinbarungen ab. Verbindlich sind die aktuellen GEMA-Tarife, der GEMA-Preisrechner, schriftliche Angebote sowie die jeweiligen Lizenz- und Vertragsbedingungen. Die Zusatzkosten-Szenarien von 20, 25 und 40 Euro sind reine Modellannahmen und keine Marktpreisangaben.
